Das Sachsen-Preußen-Kollegium

Im Förderverein Europa Begegnungen e.V. hat sich im vergangenen Jahr ein Sachsen-Preußen-Kollegium konstituiert. Bei den monatlichen Zusammenkünften geht es um Fachgespräche, Vor-Ort-Besichtigungen, Literatur- und Archivalienempfehlungen zur älteren und jüngeren Geschichte Torgaus und der Umgebung.

Kompetente Personen aus der Stadt und der Region, die unterschiedlichen Vereinen angehören, sowie auswärtige korrespondierende Mitglieder wollen Inhalte wie etwa der Festungs- und Militärgeschichte vortragen und durch eigene Studien bereichern. Dabei sollen geplante und bereits existierende Projekte wissenschaftlich begleitet werden; u.a., die Historiker-Tagungen des Förderverein Europa Begegnungen e.V., die dort mit einbezogenen Poster-Diskussionen sowie Ausstellungen und schließlich auch die Neuherausgabe von Johann Christian August Bürgers „Nachrichten über die Blockade und Belagerung der Elb- und Landesfestung Torgau im Jahre 1813“ und Antoine Marie Augoyats „Bericht über die Verteidigung von Torgau“.

Wir sind aktuell dabei, den Aktenbestand zur Festung Torgau in den Archiven Deutschlands und Frankreichs zu sondieren.

 

Des Weiteren wurde in 2010 das 200-jährige und ein 250-jährige Gedenken in Torgau begangen:

- 29. November 1810, Edikt des Sächsischen Königs Friedrich August I., das die Errichtung der Elb- und Landesfestung in Torgau bestimmte;

- 3. November 1760, Schlacht bei Torgau während der Schlesischen Kriege; auf den Süptitzer Höhen kam es zwischen Preußen und Österreichern zur letzten großen Feldschlacht im 7-jährigen Krieg.

 

Im doppelten Gedenkjahr, 2010, hatten wir nationale und internationale Festungsforscher, Militärhistoriker, Wissenschaftler der Zeitgeschichte und interessierte Bürger in einer mehrtägigen Tagung und gelegentlich der Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e.V. hier in Torgau vereint.

Das Sachsen-Preußen Kollegium wird mit seiner Arbeit auch zukünftig das wissenschaftliche Moment im Umgang mit der Regional- und Stadtgeschichte unterstützen helfen und auf dieser Grundlage das kulturhistorische Profil des Landkreises Nordsachsen und der Stadt Torgau mit bestimmen.  

Mit der Stadtverwaltung und dem Landratsamt wird zusammengewirkt. Bei Bedarf könnten den Ämtern Handreichungen über stadt- und regionalgeschichtliche Zusammenhänge zur inhaltlichen Untersetzung von Entscheidungsfindungen, von Vorlagen und Anträgen gereicht werden.

Die Arbeiten des Kollegiums werden auch dem wichtigen Sektor „Bildung und Tourismus“ in Torgau im Zusammenhang mit der Erhaltung und Nutzung historischer Substanz dienlich sein.

Von daher sei nach Außen gerichtet dazu ermuntert, auch anderweitig Gesprächskreise zur Hebung der theoretischen und praktischen Komponente von Projekten der Geschichtsschreibung zu realisieren.

Je mehr man wissenschaftliche Arbeit teilt, um so reicher wird sie. Es gibt in Torgau für gelegentliches Zusammenführen der in unterschiedlichen Kreisen gewonnenen Ergebnisse genügend Gelegenheit.

 

Dr. Uwe Niedersen

 

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