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Für das Spalatin-Haus in Torgau fehlt noch die Software

Die Errichtung des Spalatin-Hauses in der Katharinenstraße ist ausgesprochen verdienstvoll. Eine unschöne Stelle weniger in unserer Stadt. Allen daran Beteiligten und den Geldgebern ist zu danken.
Die großzügig geflossenen Fördermittel wurden bisher in Holz, Stein und Mörtel investiert, quasi in die Hardware. Jetzt geht es aber um die Geschichtsschreibung über das Spalatin-Haus in Torgau. Spalatin war ja nicht irgendwer. Der interessierte Torgauer erwartet im Zusammenhang mit Spalatin und Torgau Inhalte der Reformationserinnerung von Format. Was meinen wir mit „von Format“?
Erwartet wird eine Beschreibung und Würdigung Spalatins, die das Verdienst und unverwechselbare Profil des Gelehrten in Bezug auf unsere Stadt zugrunde zu legen hat. Bitte jetzt nicht nur das längst Bekannte über Spalatin einfach wiederholen.
Mit dem Aufschreiben dieser besonderen, sich auf Torgau beziehenden Nähe Spalatins können die mit dem Spalatin-Haus Befassten den von uns allen hier erwarteten Ausgriff in die große Reformationsgeschichte bewerkstelligen. Ja, diese quasi ein Stück neu schreiben.
Wir müssen mit dem Spalatin-Haus in Torgau ebenfalls das Niveau erreichen, das im Zusammenhang mit der Klassifizierung „Torgau das politische Zentrum der Lutherischen Reformation“ steht, das weiter mit der (wahrscheinlichen) Verleihung des UNESCO-Weltkulturerbetitels für das Schloss Hartenfels korrespondiert und das sich vom Wissensstand her nahtlos in die Segmente der gegenwärtigen 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ einfügt.
Was haben die Befassten an Aussagen über das Spalatin-Haus in Torgau bisher in den Händen?
Dr. Steffen Delang schreibt in seinem beachtlichen, Anfang des Jahres erschienenen Artikel: „Torgau – Residenzstadt der Reformation unter wechselnder Herrschaft“, dass Luther mindestens einmal im Haus von Spalatin in der Katharinenstraße gewesen wäre. Delang vermutet sogar, dass das Spalatin-Haus einst Ort von Treffen der Reformatoren und Theologen war.
Das ist doch spannend! Worum ging es bei diesen Zusammenkünften? Also, welche Wesenheiten sind es, mit denen wir durch „Spalatin und Torgau“ die große Reformationsgeschichte bereichern?
In dem gerade erschienen Buch von Jürgen Herzog findet der aufmerksame Leser allerdings keinerlei Ansatzpunkte von einem oder mehreren Reformatoren-Treffs im Spalatin-Haus. Somit kann auch nicht beantwortet werden, was die Großen Männer dort für die heutige Reformationserinnerung Wichtiges besprochen haben könnten.
Aber genau das hat ein restauriertes Spalatin-Haus in Torgau an „Software“ zu liefern. Das wären dann die Pointen, welche in die „Große Reformationsgeschichte“ eingehen könnten.
In dem genannten Buch von Herzog habe ich registriert, dass Spalatin damals im Streit mit seinem Hausnachbarn stand, dass er fortlaufend Geldsorgen hatte und dass Luther und Jonas ihn diesbezüglich trösteten.
Um von der reformationswissenschaftlichen Welt da draußen für voll genommen zu werden, müssen wir an Neuem freilich mehr bieten, als Streitigkeiten und Geldsorgen.
Was soll einmal Spannendes in den Vitrinen des Museums „Spalatin-Haus“ liegen; was soll der Torgauer Stadtführer den Touristen mitteilen, wenn nicht gesagt werden kann, was Luther oder was die Reformatoren bei den Treffs im Spalatin-Haus einst Wichtiges besprochen haben?
 

Dr. Uwe Niedersen


 

 

Das Spalatin-Haus in Torgau: Man sieht, die „Hardware“ ist schon weit realisiert.
Foto: Förderverein Europa Begegnungen e.V.


 

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